Open Banking PSD2 oder EBICS: Die Frage stellt sich, sobald ein Unternehmen Zahlungen und Kontoauszüge automatisieren möchte. Beide sind legitime Wege, ein ERP wie Sage Intacct mit einer Bank zu verbinden, doch sie decken nicht denselben Bedarf. Die Antwort hängt von Bank, Land, Volumen und gewünschtem Kontrollniveau ab.
EBICS: das Protokoll für Firmenzahlungen
EBICS ist ein standardisiertes Bankprotokoll, das in Deutschland, Frankreich und der Schweiz weit verbreitet ist. Das Unternehmen meldet sich bei seiner Bank als Teilnehmer an und verfügt über eigene Schlüssel oder Zertifikate. Es überträgt Zahlungsdateien (pain.001, pain.008) und ruft Kontoauszüge (camt.053) ab. Über die VEU unterstützt es die Mehrfachunterschrift, was für Zahlungen mit mehreren Freigaben geeignet ist. Zu den Protokollversionen siehe EBICS 2.5 vs. 3.0.
Open Banking PSD2: Zugriff per API
Die PSD2-Richtlinie verpflichtet europäische Banken, APIs zu öffnen. Mit Zustimmung des Kontoinhabers kann ein Dienstleister Konten einsehen (Umsätze, Salden) und, sofern die Bank es erlaubt, Zahlungen auslösen. Die Einrichtung ist meist schnell und erfordert keine vorherige EBICS-Anmeldung. Dem steht gegenüber, dass der Umfang von der API der jeweiligen Bank abhängt: Nicht alle Banken erlauben es, über Open Banking direkt zu bezahlen, manche öffnen nur die Kontoabfrage. Sammelaufträge werden ebenfalls nicht überall unterstützt, und die Zustimmung muss regelmäßig erneuert werden.
So wählen Sie je nach Situation
- Ihre Bank: Verfügbar ist zunächst der Kanal, den sie anbietet. Manche Banken bieten nur EBICS, andere nur APIs, und nicht jede Open-Banking-Schnittstelle erlaubt Zahlungen.
- Volumen und Art der Zahlungen: Für regelmäßige, umfangreiche Zahlläufe ist EBICS der übliche Kanal; für kleine Volumen oder reine Kontoabfragen kann Open Banking genügen.
- Kontrollniveau: Bei Mehrfachunterschrift passt EBICS mit VEU am besten.
- Land: EBICS dominiert in Deutschland, Frankreich und der Schweiz; Open Banking deckt den europäischen Raum unter PSD2 ab.
- Einrichtungsdauer: Open Banking startet oft schneller; EBICS erfordert eine Initialisierung mit der Bank.
Anwendungsfälle
- KMU mit einer Bank: Ein Kanal genügt, meist der von der Bank empfohlene.
- Mittelstand und Gruppen mit mehreren Banken: Eine Mischung ist häufig, EBICS für die Hauptbanken und Open Banking für Kontoauszüge oder für Banken, die Zahlungen über ihre API zulassen.
- Steuerberatungskanzleien: viele Mandanten mit unterschiedlichen Banken, siehe Zahlungen Ihrer Mandanten zentral abwickeln.
Grenzen
Kein Kanal ist universell. Insbesondere erlauben nicht alle Banken Zahlungen über Open Banking. Welche Funktionen tatsächlich verfügbar sind, sollte vor Projektbeginn Bank für Bank geprüft werden.
Wie Arkaio das Problem löst
Arkaio unterstützt EBICS, Open Banking und SFTP sowie die Formate pain.001, pain.002, pain.008, camt.052, camt.053 und camt.054. Die abgerufenen Kontoauszüge speisen den automatisierten Bankabgleich in Sage Intacct, unabhängig vom Kanal. Wie die EBICS-Verbindung im Detail funktioniert, zeigt die Seite EBICS-Anbindung für Sage Intacct.
Fazit
Open Banking und EBICS schließen sich nicht aus: Sie ergänzen sich je nach Bank und Anwendung. Entscheidend ist eine automatisierte, sichere und nachvollziehbare Anbindung, unabhängig vom Protokoll.